Boss DD-3
Digitales Delay mit elementaren Eigenschaften

Das Boss DD-3 ist ein simple aufgebautes Delay Pedal, mit dem sich auf Anhieb ein geiler Effekt einstellen lässt. Dabei verzichtet Boss auf großen Schnick Schnack und konzentriert sich auf das Wesentliche: Straight forward Delay. Für viele Musiker ist das DD-3 das Arbeitstier schlechthin. Einmal eingestellt wird es oft für den gesamten Set laufen gelassen.

Aufbau
Natürlich kommt der Treter in dem typischen stabilen Metallgehäuse. Es kann sowohl mit einem 9V Hohlstecker oder einer Blockbatterie betrieben werden. An den Seiten befindet sich die In- und Out-Buchsen sowie ein Direct Out Ausgang. Es können somit zwei Amps gleichzeitig betrieben werden, wobei einer das ursprüngliche Signal bekommt und der andere lediglich den Effekt wiedergibt.

Boss DD-3

Einstellmöglichkeiten
Das Gerät hat vier Regler. Mit dem Level Regler kann der Anteil (Balance) des Effekts am Gesamtsignal eingestellt werden. Ist dieser ganz herausgedreht, so wird lediglich das cleane Signal weitergegeben. Bei ganz geöffnetem Poti ist der Effekt sogar lauter, als die ursprünglich gespielte Note.

Mit Feedback lässt sich die Anzahl der Wiederholungen und damit die Dauer des Effekts einstellen. Auch hier meint es der Hersteller ziemlich gut mit uns. Wird der Regler komplett aufgedreht, so hält das Signal unendlich lang an, was in den meisten Fällen wohl eher unbrauchbar ist.

Mit den übrigen beiden Reglern lässt sich die Delay Time, also die Dauer zwischen den Wiederholungen, einstellen. Ganz rechts wird zunächst der Bereich ausgewählt. Die möglichen Einstellungen sind hier 12,5 – 50ms, 50 – 200ms, 200 – 800 ms. Die Feinjustierung innerhalb dieser Bereiche wird mit dem übrigen Regler getroffen. Weiter gibt es noch eine Hold Funktion, auf die wir später noch einmal zu sprechen kommen.

Anwendungsbeispiele
Bei den kleinsten Einstellungen für die Delaytime kann das DD-3 als eine Art Reverb benutzt werden, da die Wiederholung so nah am direkten Signal ist. Dazu sollte neben der Delaytime auch der Feedback Regler nicht weiter als 9 Uhr geöffnet werden, sodass etwa 1,5 bis 2 Wiederholungen dem Signal hinzugefügt werden. So wird das Signal super angefettet und eine Art Hall hinzugefügt. Dieser Trick ist insbesondere von Joe Bonamassa bekannt, der seinen epischen Sound (zum Teil) dadurch erzeugt. Er beschreibt sich selbst sogar als süchtig nach dem DD3 und setzt dieses gleich an mehreren Stellen in der Signalkette ein.

Eine weitere coole Einsatzmöglichkeit ist es, mit diesem Pedal einen zweiten Gitarristen zu simulieren. Verständlicherweise spielt dieser stets die gleichen Noten, wie der Erste. Mit ähnlichen Einstellungen wie zuvor, muss dazu das cleane Signal über den Direct Out abgegriffen und an einen zweiten Amp geschickt werden.

Natürlich ist das DD-3 auch mit größeren Delayzeiten zu gebrauchen. In diesem Bereich liefert das Pedal sehr klare Repeats, die nur wenig auseinanderlaufen.

Kommen wir zu der Hold Funktion. Mit dieser kann das zuvor gespielte so lange wiederholt werden, bis der Fußschalter gelöst wird. Anfangs habe ich mich schwer getan diese Funktion ernst zu nehmen, da ich stets auf das Zusammenspiel mit meiner Band fixiert war. In diesem Zusammenhang ist sie höchstwahrscheinlich nicht zu gebrauchen. Aber eben nur in diesem Zusammenhang:

Irgendwann ging mir der Satz „Die Tonaufnahme kann eine Dauer von maximal 800ms einnehmen.“ wiederholt durch den Kopf. Die Tonaufnahme??? Natürlich!! Das ist ja ein mini Looper! Allein zu Hause kann sinnvoll sein, einen Akkord in den Hintergrund zu legen, der einfach wiederholt wird. So kann in aller Ruhe das Solospiel geübt werden. Aber es wird noch viel geiler! Beim Drehen des Delay Time Reglers mit gedrückter Hold-Taste verändert sich die Frequenz des wiedergegebenen Signals. Mit etwas Übung und feinem Gehör ist es möglich eine tiefere Oktave zu suchen und somit einen Bass einzuspielen. Das ist zum Üben gar nicht schlecht.

Fazit
Das Boss DD-3 ist ein wirklich gutes Delay, das sich auf die elementaren Eigenschaften beschränkt. Hier macht es einen wirklich guten Job. Fehlen tut mir allerdings ein Tap Tempo**. Nichtsdestotrotz bin ich froh, zu der günstigeren Variante gegriffen zu haben.

**Update: Mit dem neuem Boss DD-3T ist ein neues Gerät auf dem Markt. Dieses entspricht im Wesentlichen dem DD-3, kann im Gegensatz zu diesem jedoch mit einer Tap Tempo Funktion punkten! Absolute Kaufempfehlung, die du dir hier bei Thomann ansehen kannst!